flowers for european dreams
2024
Drei doppelseitige Arbeiten an Stahlseil mit Aufhängung
H 40cm x 30cm x 4cm
Vorderseite: Reserververfahren auf Holz, Tusche, Guache, Aquarell; Rückseite: Leinwand auf Keilrahmen, Seide, Papier, Tusche, Leder, Acryl, Baumwollgarn
Fotos Hendrik Hinkelmann
Die Serie Flowers for European Dreams widmet sich floralen Formensprachen aus der arabischen Welt, die in den europäischen Formenkanon eingegangen sind. Im Zentrum steht die Boteh-Form – jenes Motiv, das sich später im europäischen Kontext zum Paisley weiterentwickeln sollte. Die Arbeiten verweisen auf lange Traditionslinien kultureller Aneignung und Transformation, in denen sich visuelle Elemente über geografische und zeitliche Grenzen hinweg verschieben und neu codiert werden.
Wie bereits in anderen Werkgruppen wird auch hier das Motiv nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines vielschichtigen Geflechts von Bezügen und Bedeutungen. Die floralen Formen sind eingebunden in ein Spannungsfeld zwischen Ursprung und Rezeption, Ornament und Erzählung.
Jedes der drei Werke ist an einem Stahlseil von der Decke abgehängt und besitzt zwei Ansichten. Diese Präsentationsform löst die Arbeiten aus einer eindeutigen Blickrichtung und fordert die Betrachtenden dazu auf, sich im Raum zu bewegen. So wird das Sehen selbst zu einem prozesshaften Vorgang, der die Mehrdeutigkeit der Motive unterstreicht und die Idee eines linearen, abgeschlossenen Bildverständnisses infrage stellt.
Ausstellungsansichten
Dance, Eternal Spirits, Dance!
Lalo Nord, Wuppertal
mit Nura Afnan-Samandari und Timo Lütke Deckenbrock
ENG
The series Flowers for European Dreams explores floral motifs from the Arab world that have become part of the European design canon. At the centre is the boteh form – the motif that would later evolve into the paisley pattern in a European context. The works refer to long traditions of cultural appropriation and transformation, in which visual elements shift and are recoded across geographical and temporal boundaries.
As in other groups of works, the motif is not viewed in isolation here, but as part of a multi-layered network of references and meanings. The floral forms are embedded in a tension between origin and reception, ornament and narrative.
Each of the three works is suspended from the ceiling by a steel cable and has two views. This form of presentation liberates the works from a single, fixed viewpoint and invites viewers to move around the space. In this way, the act of seeing itself becomes a process that underscores the ambiguity of the motifs and challenges the idea of a linear, self-contained understanding of the image.